Warum Geben Nicht Seliger Ist Als Nehmen

Warum geben NICHT seliger ist als nehmen… 🎧

Dieser Satz ist wohl allen bekannt. Er entstammt der Bibel, wurde jedoch Àhnlich auch schon von Aristoteles geprÀgt.

Will ich jetzt Paulus und Aristoteles widersprechen? 🙂

Nein, darum geht es nicht, der Satz hat seine Berechtigung, wie die GlĂŒcksforschung bestĂ€tigt. Menschen, die von dem was sie haben, abgeben, sind latent glĂŒcklicher. Spenden macht also auch fĂŒr den Spendenden Sinn!

Worum es mir hier aber geht ist das SchÀrfen des Blickes auf die andere Seite. Auf die EmpfÀnger Seite. Und was das mit dem Wachstum deines eigenen Business zu tun hat.

Denn Geben ist schön und gut, doch es gehören immer zwei Seiten zu einer Medaille. Wenn du nicht auch lernst anzunehmen, wirst du entweder ausbrennen, vereinsamen oder verarmen. 

Ausbrennen: stĂ€ndig geben, noch mehr und noch mehr, ohne dir Auszeiten zu gönnen, ohne dir Zeiten fĂŒr dich zu nehmen, ohne die FĂ€higkeit bei Bedarf die BedĂŒrfnisse anderer zurĂŒckzustellen -> damit raubst du dir Zeiten, in denen du deine eigenen Batterien wieder auffĂŒllst. Die Chance steigt, dass du deine eigenen BedĂŒrfnisse vernachlĂ€ssigst und dich nur noch um andere kĂŒmmerst. Und dich selber ganz dabei vergisst.

Vereinsamen: Jeder Mensch braucht Liebe, Anerkennung und BestĂ€tigung. Zwar in unterschiedlichem Maße, doch sind wir soziale Wesen und nĂ€hren uns durch den Kontakt zu anderen Menschen. Kleine Babys sterben, trotz ausreichend Nahrung, wenn sie keine BerĂŒhrung und Ansprache von ihren Bezugspersonen bekommen. Menschen, die nur geben, nehmen anderen Menschen die Möglichkeit ihnen wiederum zu geben.  Vielleicht kennst du das GefĂŒhl lange durch andere unterstĂŒtzt worden zu sein (sei es finanziell und/oder emotional). Irgendwann kommt der Punkt, da möchtest du zurĂŒckgeben. Du möchtest auch ENDLICH etwas Gutes tun, fĂŒr andere da sein. Und so geht es allen Menschen, sie möchten auch GEBEN können, sich um dich kĂŒmmern dĂŒrfen.
Menschen, denen man nichts Geben kann, wirken distanziert, abgehoben, abgeschnitten, wie aus einer anderen Welt. Und das lÀsst sie einsam werden.

Verarmen: Wenn du nicht annehmen kannst, hast du – plain and simple – irgendwann kein Essen mehr. Die Idee, ich mach alles gratis, kann nicht aufgehen, denn auch du BRAUCHST bestimmte Dinge. Du bist kein Gott, auf jeden Fall nicht aus physischer Sicht. Du isst, trinkst, gehst zur Toilette, frierst, schwitzt, … Wenn du nichts annimmst, was dir andere fĂŒr deine Dienstleistung und Produkte anbieten, dann wirst du sie irgendwann nicht mehr anbieten können. Eine Pflanze, die kein Wasser und Kohlenstoffdioxid *auf-/annimmt* wird nicht lange existieren.

Was ich dir damit zeigen will: GEBEN und (AN-)NEHMEN sind zwei gleichberechtigte Bestandteile eines Kreislaufs. Das Eine kann nicht besser und wichtiger sein als das andere. Vergleich es einfach mit der Atmung. Du kannst nicht das Ausatmen sinnvoller finden als das Einatmen, die beiden funktionieren nur zusammen 🙂

GroßzĂŒgiges Geben, auch von kostenlosen Angeboten (wie z.B. ein Blog, Freebies, Veranstaltungen, Kostproben deiner Produkte, emotionale UnterstĂŒtzung anderer, ehrliche Komplimente, Interesse und vieles mehr).  

Dankbares Annehmen, von Geld fĂŒr deine Dienstleistungen & Produkte, von Hilfestellung anderer, Komplimenten, Liebe, einer ausgestreckten Hand, MitgefĂŒhl, kleinen Aufmerksamkeiten und vieles mehr).

Wie kannst du dich nun in beidem ĂŒben?

Schritt 1: Werde dir bewusst, WO du Nachholbedarf hast. Eher im Geben oder im Nehmen?

Bist du jemand, dem man ein *Helfersyndrom* nachsagt? -> Nehmen lernen
Sind dir Komplimente und kleine Aufmerksamkeiten unangenehm? -> Nehmen lernen
FĂ€llt es dir schwer Hilfeleistungen anderer anzunehmen und du willst sofort was zurĂŒckgeben, bzw. zahlen? -> Nehmen lernen
Das kann ich preislich nicht verlangen, das kann sich mein Klient nicht leisten. -> Nehmen lernen (JA, deine Preise haben mehr mit dir zu tun, als mit deinen Klienten…)
Hast du Angst zu viel zu geben und hĂ€ltst zurĂŒck? -> Geben lernen
Gibst du erst, wenn du viel bekommen hast? -> Geben lernen
Die anderen sollen zuerst in Vorleistung gehen, bevor du was gibst? -> Geben lernen
Es kann gut sein, dass beides auf dich zutrifft. Doch oft haben wir einen Pol der stÀrker ausgeprÀgt ist. Welcher ist deiner?

Schritt 2: Welche Gedanken & GefĂŒhle hast du beim stiefmĂŒtterlich behandelten Anteil?

Bei dem, was dir schwerer fĂ€llt, was fĂŒr GefĂŒhle löst es bei dir aus und welche Gedanken/Bilder tauchen in dir auf?

Wenn du zurĂŒck in deine Vergangenheit schaust, WANN sind diese GefĂŒhle/Gedanken/Überzeugungen das erste Mal aufgetaucht? Wer in deiner Familie hat Ă€hnliche Überzeugungen?

Ein Beispiel aus meiner eigenen Geschichte: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo das Geben fĂŒrs grĂ¶ĂŸere Ganze, fĂŒrs Kollektiv, sehr viel höher bewertet wurde, wie sich selber etwas gönnen und von anderen etwas anzunehmen. Sowohl emotional, als auch materiell. Was steckten fĂŒr Überzeugungen dahinter? Aus dem christlichen Kontext z.B. „du bist nichts wert“, „Menschen sind SĂŒnder“, „Opfere dich selber fĂŒr andere“. Mein Vater und seine Geschwister waren in einer reichen Bauernfamilie aufgewachsen. Im und nach dem 2. WK wurden sĂ€mtliche FlĂŒchtlinge, die vorbeikamen, versteckt und mit dem Besten versorgt, genauso wie die StĂ€dter und alle Ärmeren in der Umgebung. Großherzigkeit par excellence… Doch die eigenen Kinder haben nichts von alldem zu sehen bekommen. Da gab’s die aufgetragene Kleidung der Älteren, das Essen aus den Resten. Man hat sich fĂŒr die anderen *aufgeopfert* und das wurde in die nĂ€chsten Generationen weitergetragen -> Geben ist heiliger als Nehmen.

Was sind deine Muster?

Und wie gehst du nun weiter vor, wenn dir einige deiner Muster klargeworden sind?

Schritt 3: Fang mit kleinen, ungefÀhrlichen Schritten an.

Beginne in Mikro Schritten deine Gedanken und dein Verhalten zu Àndern. Vielleicht hilft es auch, dir einen festen Zeitrahmen zu setzen, z.B. 3 Tage, 1 Woche.

Ich liebe ja folgendes Beispiel: Jemand macht dir ein Kompliment fĂŒr dein neues Oberteil, deine neue Frisur, dein frisches Aussehen. Übliches Muster: ah, das stimmt doch gar nicht, fĂŒhl mich heute voll schlecht. Oder: ja, hab ich letzte Woche gekauft, gefĂ€llt mir aber doch nicht so wirklich. Du merkst schon, Komplimente annehmen geht anders 😉

Du musst jetzt nicht sofort alles bejahen und ĂŒberschwĂ€nglich bestĂ€tigen. Nimm dein inneres gewohntes „Ja, aber“ wahr und sag dann einfach (trotzdem) Vielen Dank.

Ein anderes Beispiel: Wenn andere Menschen dir ihre Hilfe anbieten, akzeptiere einen kleinen Schritt mehr, als du sonst annehmen wĂŒrdest.

Und wenn du dich DABEI gut fĂŒhlst, dann kannst du auch selber aktiv werden und um Hilfe bitten (Königsdisziplin…).

Falls dein Thema eher das Geben ist, dann gilt das mit den kleinen Schritten genauso. Komplimente verteilen ist ein schönes Übungsfeld! In anderen Menschen Dinge finden, die dich inspirieren und diese WertschĂ€tzung dann auch wirklich aussprechen, ist eine schöne Übung.

Oder eine Woche lang mal richtig großzĂŒgig Trinkgeld geben, wenn du abends rausgehst. Ein paar Freunde einladen zu einem leckeren Essen, das du vorbereitest und niemand etwas mitbringen braucht.

Bei deinen Angeboten dir ĂŒberlegen, wie du noch ein kleines Schmankerl oben drauf legen kannst, das vorher nicht im Angebot kommuniziert wurde (Stichwort overdeliver).

Schritt 4: Reflektiere die VerÀnderung.

Nach einiger Zeit, ein paar Tagen, einer Woche reflektierst du fĂŒr dich, was du anders gemacht hast und wie es dir jetzt damit geht. Haben sich ein paar deiner Muster schon aufweichen lassen? Fallen dir einige Sachen schon leichter? Freust du dich jetzt vielleicht sogar ĂŒber Komplimente?

Gerade der Punkt des „overdeliver“ im Business, was bekommst du fĂŒr Feedback?

Mit diesem Feedback kannst du dann weiter nachjustieren und an deinen Übungsfelder weiterarbeiten. Have fun! Und berichte mir gern, wie es dir ergangen ist!

Alles Liebe und frohes GEBEN und NEHMEN! <3

 

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Danke,
    der Artikel bringt es wirklich auf den Punkt!
    Ich habe in diesme Gleichgewicht zwar schon viele Fortschritte gemacht, trotzdem tut es gut, dran erinnert zu werden. Ich bin ja auch eher die ‚Geberin‘ und muss mich immer wieder aufs Nehmen konzentrieren. 😉

    Danke fĂŒr die Erinnerung!
    Liebe GrĂŒĂŸe,
    Marie

    1. Liebe Marie, Erinnerungen sind wichtig, geht mir ganz genauso! Viele Dinge wissen wir, brauchen aber regelmĂ€ĂŸige Anstuppser das Wissen ins Tun zu bringen 🙂 Gerade im Coaching-Bereich kenne ich viele der „Geberlein“, die sich schwer tun, selber anzunehmen. Doch die Reflexion und dann das Üben schaffen einen Ausgleich.

      Danke fĂŒr deinen Kommentar und liebe GrĂŒĂŸe!
      Lydia

  2. Super Lydia! Ich liebe es BeitrÀge zu lesen und auch zu hören!
    GefĂ€llt mir … richtig fluffig!
    Hab gerade beim Zuhören meine Augen geschlossen und mir in meinen Gedanken so eine Tabelle vorgestellt: Geben und Nehmen!
    Tolle Tipps, die werde ich gerne mal ausprobieren und vor allem mich beobachten.

    1. Liebe Bettina,

      danke fĂŒr deinen schönen Kommentar! Fluffig ist ein cooles Wort 😀
      Ja, es ist spannend sich da selber zu beobachten, wo ist man auf der einen und wo auf der anderen Seite. Die wenigsten von uns halten sich ja vollstÀndig an einem Pol auf.
      Durch die Reflexion, die Bewusstwerdung ist der wichtigste Schritt gelegt, um dann die andere Seite etwas zu stÀrken.

      Alles Liebe dir!
      Lydia

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